Mission (von lat. „mittere“) bedeutet „Sendung“ und bezeichnet den spezifischen Auftrag der gesamten Kirche, also letztlich aller Christ*innen. Mit Sendung ist gemeint, dass der christliche Glaube keine rein spirituelle Privatsache ist. Christ*innen sind dazu aufgerufen „hinauszugehen“ und sich ihrem Glauben entsprechend im Leben der Gesellschaft einzubringen. Konkreter Inhalt dieser Mission ist die Verkündigung und das Erfahrbar-Machen der „Frohen Botschaft“ des Evangeliums, dass alle Menschen - unabhängig von Status, Herkunft, Religion, Geschlecht, Aussehen, Gesundheit oder Fähigkeiten - gleichermaßen von Gott geliebt sind. Sie sehen sich dabei in der Nachfolge Jesu Christi, in dessen Leben und Handeln diese Liebe Mensch geworden ist.
Alle haben das Recht auf ein gutes und selbstbestimmtes Leben. Daher sind Christ*innen gefordert, sich insbesondere für jene Menschen einzusetzen, die ausgegrenzt, unterdrückt, verfolgt, ausgebeutet oder anderweitig in ihrer Entfaltung behindert werden. Dazu gehört auch, die eigene „Komfortzone“, das eigene soziale, kulturelle oder geografische Umfeld zu verlassen und im Dialog mit anderen Menschen, Meinungen, Glaubensvorstellungen und Ideen danach zu suchen, wie diese Botschaft im Hier und Jetzt konkret aussehen und verwirklicht werden kann.
Kurz gefasst bedeutet Mission also, dass Christ*innen aus der Freude an der befreienden Botschaft des Evangeliums leben und versuchen diese in Wort und Tat erfahrbar zu machen. So wirken sie mit an der Realisierung einer Welt, in der alle Menschen als gleichermaßen von Gott geliebt verstanden werden und ein selbstbestimmtes, gutes und erfülltes Leben führen können.
Wie hat sich das Verständnis von Mission historisch entwickelt?
Die Vorstellungen davon, was unter „Mission“ zu verstehen ist und wie diese auszusehen hat, haben sich im Laufe der Geschichte des Christentums mehrfach grundlegend verändert. Im alltäglichen Sprachgebrauch herrscht bis heute oft ein Bild vor, das stark im Zeitalter der europäischen Eroberungen vom 15. bis Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Das Christentum war zunächst in weiten Teilen der Welt noch nicht präsent und die Menschen in Europa betrachteten ihre eigene Zivilisation und Religion als allen anderen überlegen.
Der Begriff „Mission“ selbst etablierte sich erst in diesem Kontext und wurde dabei primär geografisch als Verkündigung des Evangeliums in den neu eroberten Gebieten verstanden. Ihr Ziel war die Bekehrung zum Christentum und möglichst vollständige „Evangelisierung“ der Welt. Dabei diente die damalige Vorstellung, dass außerhalb der Katholischen Kirche kein „Heil“ zu finden sei auch als Rechtfertigung für koloniale Fremdbestimmung. Dieses eurozentrische Missionsverständnis hat sich im Zuge der fortschreitenden Entkolonialisierung seit Mitte des 20. Jahrhunderts fundamental gewandelt und wurde von Papst Franziskus (2013-2025) weiter reformiert. Das betrifft zum einen das Ziel von Mission als Evangelisierung. Darunter wird heute nicht mehr primär die Anwerbung neuer Christ*innen und das quantitative Wachstum der Institution Kirche verstanden, sondern das Erfahrbar-Machen der christlichen Botschaft in der Welt. In diesem Sinn sollen Christ*innen ihren Glauben an die bedingungslose Liebe Gottes zu den Menschen authentisch in Wort und Tat leben und sich dafür einsetzen, dass alle Menschen ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen können.
Seit dem II. Vatikanischen Konzil von 1962-1965 erkennt die Katholische Kirche zudem die Bedeutung und den Wert anderer Religionen und Glaubensvorstellungen offiziell an. In der Begegnung mit Nicht-Christ*innen geht es ihr nicht mehr um die „Durchsetzung“ ihrer Botschaft und einseitige Verkündigung, sondern um den Dialog über die jeweiligen Glaubensvorstellungen und gemeinsame Wege zu einer menschlicheren Welt. Zum anderen hat die geografische Bestimmung von Mission heute stark an Bedeutung verloren.
War Mission früher ein Bereich kirchlichen Handelns neben und unter anderen und weitgehend auf die „noch nicht christianisierten“ Regionen außerhalb Europas beschränkt, so beinhaltet das heutige Verständnis von Mission einen existentiellen Grundauftrag, der das gesamte Leben aller Christ*innen unabhängig vom geografischen und sozialen Ortbetrifft. Zudem hat sich die Katholische Kirche mittlerweile über den gesamten Globus verbreitet, während sie in ihren einstigen „Kernländern“ deutlich schrumpft. In diesem Sinn sind nach heutigem Verständnis nicht nur alle Weltregionen, sondern auch sämtliche Lebens- und Gesellschaftsbereiche Orte von Mission.
Zielt Mission auf die Bekehrung zum christlichen Glauben (Taufe) ab?
Das Ziel von Mission besteht nicht in der Vermehrung der Mitglieder der Katholischen Kirche. Vielmehr hat der missionarische Auftrag eine deutlich umfassendere und existentiellere Bedeutung. Es ist ein „sich einklinken“ und Mitwirken an der Zuwendung Gottes zur Welt. Christ*innen erfahren sich als von Gott erlöst und geliebt und wollen diese bedingungslose Liebe und Zuwendung selbst leben und schenken, jedoch ohne sie anderen aufzunötigen. Sie verkünden nicht: Kommt zu uns, nehmt unsere Wahrheit an und werdet eine*r von uns!, sondern sie laden ein: Hört die Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen und lasst uns gemeinsam an einer Welt bauen, die dieser Botschaft gerecht wird!Es ist ein Werben der Liebe, ebenfalls „aus sich selbst herauszugehen, um das Wohl aller zu suchen“[1].
Im Zentrum von Mission steht letztlich diese gemeinsame Suche. Missionarische Christ*innen bezeugen, präsentieren, „bewerben“ ihren Glauben durch ihre Worte und ihr gelebtes Beispiel und sind zugleich offen, sich von anderen Ansichten, Meinungen und Glaubensvorstellungen irritieren, erschüttern, bekehren zu lassen. Sie versuchen nicht, andere Menschen einseitig von ihrer Botschaft zu überzeugen, sondern treten gerade aus Freude an dieser Botschaft in einen Dialog, um voneinander zu lernen und gemeinsam nach Wegen für das Wohl aller zu suchen. Wenn in der Folge eine Person den christlichen Glauben als ihren Weg erkennt, kann sie sich um die Taufe bewerben und wird im sogenannten Katechumenat darauf vorbereitet. Die Taufe als Konversion im Erwachsenenalter ist somit ein freies und sehr bewusst gewähltes Eintreten in die christliche Glaubensgemeinschaft und Teilnahme an deren Sendung. Das soziale Engagement katholischer Akteur*innen richtet sich hingegen uneingeschränkt an alle Menschen, unabhängig davon, ob diese sich für den christlichen Glauben interessieren.
[1] Papst Franziskus: Apostolisches Schreiben „Evangelii gaudium. Über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute“ (2013): Abschnitt 39.
Welche Regelungen gibt die Katholische Kirche für missionarisches Handeln in ihrem Namen vor?
Der christliche Missionsauftrag wurde vor allem im Zeitalter des Kolonialismus vielfach auf missbräuchliche Weise interpretiert und ausgeführt. Praktiken wie Zwangsbekehrung, Manipulation oder kulturelle Umerziehung im Namen des Glaubens widersprechen fundamental sowohl der Botschaft des christlichen Evangeliums als auch der heutigen offiziellen Lehre der Katholischen Kirche. Dennoch wirken derartige Missionspraktiken punktuell auch heute noch fort. Daher gibt die Katholische Kirche gemeinsam mit anderen christlichen Kirchen konkrete Regeln für missionarisches Handeln vor [1].
Das Werben um Verständnis für den eigenen Glauben darf demnach „nicht auf Kosten der Rechte und religiösen Empfindungen anderer gehen“. Folglich ist jede Form von Zwang, Gewalt oder Manipulation in der Missionstätigkeit untersagt. Dazu gehört auch die „Ausnutzung von Armut und Not“, wenn etwa versucht wird „Menschen durch materielle Anreize und Belohnungen“ für die eigene Konfession zu gewinnen. Eine Konversion zum christlichen Glauben darf also nur in „völliger persönlicher Freiheit“ und aus eigenem Willen erfolgen. Zudem sind Christ*innen zu umfassendem Respekt gegenüber anderen religiösen und kulturellen Vorstellungen und Praktiken aufgerufen. Statt anderen ihre eigenen Überzeugungen aufzuzwingen, sollten sie versuchen „den Glauben […] anderer kennen zu lernen“ und „das anzuerkennen und wertzuschätzen, was darin gut und wahr ist“. Dabei sind Christ*innen aus ihrem eigenen Glauben heraus gefordert, sich auch für die Religions- und Glaubensfreiheit anderer Religionen einzusetzen.
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[1] Alle folgenden Zitate siehe Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog/Ökumenischer Rat der Kirchen/Weltweite Evangelische Allianz (2011): Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt: Empfehlungen für einen Verhaltenskodex.
In welchem Verhältnis steht christliche Mission zu anderen Religionen und Glaubensvorstellungen?
In der Vergangenheit hat die Katholische Kirche ihre eigene Lehre als einzig gültige Glaubenswahrheit verstanden, außerhalb derer kein Heil zu finden sei. Diese Haltung ist seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) einer deutlich positiveren Einstellung gegenüber anderen Religionen und Glaubensvorstellungen gewichen. Zwar setzen sich Christ*innen weiterhin überzeugt für die Frohe Botschaft des Evangeliums ein; zugleich geht die Katholische Kirche allerdings davon aus, dass die göttliche Wahrheit nie vollständig erfasst werden kann und sich auch außerhalb des christlichen Glaubens Strahlen dieser Wahrheit finden.[1]
In diesem Sinn verteidigt sie die Religionsfreiheit als wichtiges Menschenrecht, das allen Religionen zusteht und strebt nach einem tieferen gegenseitigen Verstehen der jeweiligen Glaubensüberzeugungen. In der interreligiösen Begegnung steht heute das gemeinsame Ziel eines friedlichen und gerechten Zusammenlebens aller Menschen und Gruppen im Zentrum, das viele Religionen eint. An die Stelle der Konkurrenz um Glaubenswahrheiten und Gläubige ist vielfach der Dialog und die Zusammenarbeit für dieses gemeinsame Ziel getreten. Christ*innen sind dazu aufgerufen, anderen Glaubensvorstellungen in Offenheit, Demut und Solidarität zu begegnen, um einander tiefer verstehen und voneinander lernen zu können und gemeinsam Wege zu einem guten Leben für alle und zu einem liebevollen Miteinander zu finden.
[1] Vgl. Erklärung „Nostra aetate. Über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ (1965): Abschnitt 2.
Welche Rolle spielte Mission zur Zeit der europäischen Eroberungen?
Das Verhältnis von Mission und Kolonialismus ist äußerst vielschichtig und ambivalent. Als Staatsreligion war das Christentum zu Beginn der europäischen Eroberungen ab dem 15. Jahrhundert eng mit den politischen und wirtschaftlichen Machthabern verflochten. Die damalige Vorstellung, dass Menschen nur durch die Taufe Erlösung finden könnten, verband sich mit dem Glauben an die Überlegenheit der europäischen Kultur, Zivilisation und Technik. Gemeinsam boten die Missionierung und vermeintliche „Zivilisierung“ der außereuropäischen Welt eine wirkmächtige Rechtfertigung für die Eroberungszüge. Fremdherrschaft, Zwangsbekehrung und die Zerstörung von Kulturen und Gesellschaftsformen konnten so bis ins 20. Jahrhundert hinein als Maßnahmen zum Wohle der Eroberten interpretiert werden.
Missionar*innen, Orden und andere kirchliche Akteur*innen waren indirekt und direkt an Unterdrückung, Missbrauch und Ausbeutung beteiligt und profitierten auf unterschiedliche Weise (teils bis heute) von den kolonialen Strukturen – etwa durch die Aneignung von Ressourcen und Ländereien, vor allem aber die eigene Expansion: die heutige globale Verbreitung des Christentums als größte Religion der Welt lässt sich nicht ohne diese Geschichte verstehen. Dennoch wäre es irreführend, dies als reine Unterdrückungsgeschichte zu begreifen. Weder die Motive noch die Praktiken, Wirkungen und Folgen dieser Missionsbestrebungen waren eindeutig und einheitlich. Je nach Zeit, Kontext und den handelnden Akteur*innen unterschied sich ihre Rolle und Position auf vielfältige Weise.
Gerade zu Beginn war die koloniale Fremdherrschaft auch in Europa nicht unumstritten und die christliche Religion spielte eine wesentliche Rolle, um deren Legitimität in Frage zu stellen. Über die gesamte Kolonialgeschichte hinweg gab es Missionar*innen und andere kirchliche Akteur*innen, die den eklatanten Widerspruch zur christlichen Botschaft der universalen Menschenliebe klar erkannten und die kolonialen Realitäten entschieden anprangerten und bekämpften. Sie setzten sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein, engagierten sich in Bildung und Gesundheitsversorgung und bauten Einrichtungen auf, die teils bis heute wichtige soziale Aufgaben erfüllen. Aber auch die „Kolonisierten“ selbst standen der oftmals aufgezwungenen neuen Religion nicht bloß passiv gegenüber. Sie eigneten sich das Christentum auf Basis ihrer bisherigen Glaubensvorstellungen und Lebensrealitäten an und fanden darin eine kraftvolle Ressource, um ihre Würde und Selbstbestimmung gegenüber den Europäer*innen einzufordern und durchzusetzen. Mission und Missionar*innen spielten in der Geschichte des Kolonialismus also sehr unterschiedliche Rollen, die von klarer Mitwirkung an kolonialer Fremdbestimmung und Gewalt über karitative Unterstützung bis hin zu anti-kolonialem Widerstand reichen. Heute gilt es, diese wechselhafte und vielfach schmerzliche Geschichte aufzuarbeiten, um den befreienden Geist des christlichen Glaubens wirksam werden zu lassen und neuerliche Instrumentalisierungen zu verhindern.
Wie gehen Orden und andere kirchliche Einrichtungen mit ihrem kolonialen Erbe um?
Die Aufarbeitung ihres kolonialen Erbes ist für die gesamte Katholische Kirche mit allen ihren Einrichtungen eine zentrale Aufgabe. Sie soll neuerliche Instrumentalisierungen des Glaubens für Herrschaftsinteressen verhindern und zur Heilung der entstandenen Wunden und Ungerechtigkeiten beitragen. Dies geschieht etwa in der Ausrichtung kirchlichen Engagements auf die Überwindung post- und neokolonialer Herrschafts- und Ausbeutungsstrukturen, durch die konkrete Unterstützung jener Menschen und Gruppen, die davon betroffen sind sowie durch die Veränderung kolonial geprägter Muster in den eigenen Denk- und Arbeitsweisen. Wesentlich ist zudem eine Abkehr vom Überlegenheitsanspruch des eigenen Glaubens und eine offene, wertschätzende und solidarische Auseinandersetzung mit anderen Religionen, kulturellen Weltvorstellungen und Gesellschaftsformen.
Eine besondere Rolle spielt diese Aufarbeitung für die katholischen Ordensgemeinschaften und jene Organisationen, die in deren Nachfolge stehen. Denn die Orden waren über Jahrhunderte führend missionarisch tätig und wurden tief von der komplexen Geschichte christlicher Mission geprägt. Sie sind dabei Teil des europäischen Kolonialismus geworden, auch wenn nicht wenige Missionar*innen sich dem gewalttätigen Vorgehen der Kolonialherren entgegengestellt haben oder es zumindest mildern wollten. Dabei wirkten Rassismus und koloniale Ungleichheit auch in die Gemeinschaften selbst hinein: Nicht-Europäer*innen, die sich den Orden anschlossen, hatten es oft schwer und blieben lange Zeit nur Ordensmitglieder „zweiter Klasse“. Zugleich waren die Gemeinschaften bisweilen aber auch Zufluchtsorte, die Schutz vor den kolonialen Gewaltverhältnissen boten und Räume für echte Begegnung und interkulturellen Dialog schufen. Auch in den sogenannten „Missionssammlungen“ zeigt sich die Ambivalenz. Im Zuge ihrer Tätigkeit haben sich Missionar*innen unterschiedlichste kulturelle Artefakte indigener Gemeinschaften – Werkzeuge, Kunst, alltägliche, aber auch rituelle, geheiligte Gegenstände – angeeignet: teils durch echte Schenkung, aber auch durch widerrechtliche Aneignung fremden Gutes. Neben ehrlicher Bewunderung und dem Versuch, andere Kulturen kennenzulernen und zu verstehen, wurden diese Sammlungen vielfach auch als Beleg für die eigene kulturelle Überlegenheit gewertet.
Heute haben viele sogenannte „missionierende Orden“ und Organisationen, die aus diesen hervorgegangen sind intensive Reflexionsprozesse gestartet und anerkennen, dass ihre Tätigkeit für die einheimische Bevölkerung nicht nur segensreich war, sondern auch zu schmerzlichen Erfahrungen, Diskriminierung und Unrecht geführt hat. Sie engagieren sich in solidarischer Weise für die Menschen in den ehemaligen „Missionsländern“. Soziale Gerechtigkeit, Empowerment, Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit stehen dabei im Fokus. Heute werden die Initiativen vor Ort nicht in erster Linie von Ordensleuten aus Europa getragen, sondern von einheimischem Personal oder Ordensleuten aus anderen Weltgegenden. Der Respekt vor den unterschiedlichen lokalen Kulturen, interkultureller und interreligiöser Dialog sind vielerorts selbstverständlich geworden. In personeller Hinsicht hat sich die Richtung von Mission dabei umgekehrt und es sind heute vor allem Menschen aus dem Globalen Süden, die in den einstigen „Kernländern“ des Globalen Nordens missionarisch wirken. Außerdem nehmen mittlerweile Ordensleute aus allen Kontinenten in ihren Gemeinschaften Leitungsverantwortung auf allen Ebenen wahr. In materieller Hinsicht sind die kolonialen Ungleichgewichte hingegen vielfach weiter aufrecht. So liegt die Finanzkraft nicht selten weiterhin bei den (alternden) Gemeinschaften im Globalen Norden. Ein solidarischer Lastenausgleich zwischen den Gemeinschaften bleibt deshalb genauso Herausforderung wie der Einsatz zur Überwindung von Ungleichheiten, die Veränderung kolonialer Denkweisen in den Gemeinschaften selbst sowie ein angemessener Umgang mit den sogenannten „Missionssammlungen“ und die mögliche Rückerstattung kultureller Artefakte.