Was ist heute unter „christlicher Mission“ zu verstehen?
Mission (von lat. „mittere“) bedeutet „Sendung“ und bezeichnet den spezifischen Auftrag der gesamten Kirche, also letztlich aller Christ*innen. Mit Sendung ist gemeint, dass der christliche Glaube keine rein spirituelle Privatsache ist. Christ*innen sind dazu aufgerufen „hinauszugehen“ und sich ihrem Glauben entsprechend im Leben der Gesellschaft einzubringen. Konkreter Inhalt dieser Mission ist die Verkündigung und das Erfahrbar-Machen der „Frohen Botschaft“ des Evangeliums, dass alle Menschen - unabhängig von Status, Herkunft, Religion, Geschlecht, Aussehen, Gesundheit oder Fähigkeiten - gleichermaßen von Gott geliebt sind. Sie sehen sich dabei in der Nachfolge Jesu Christi, in dessen Leben und Handeln diese Liebe Mensch geworden ist.
Alle haben das Recht auf ein gutes und selbstbestimmtes Leben. Daher sind Christ*innen gefordert, sich insbesondere für jene Menschen einzusetzen, die ausgegrenzt, unterdrückt, verfolgt, ausgebeutet oder anderweitig in ihrer Entfaltung behindert werden. Dazu gehört auch, die eigene „Komfortzone“, das eigene soziale, kulturelle oder geografische Umfeld zu verlassen und im Dialog mit anderen Menschen, Meinungen, Glaubensvorstellungen und Ideen danach zu suchen, wie diese Botschaft im Hier und Jetzt konkret aussehen und verwirklicht werden kann.
Kurz gefasst bedeutet Mission also, dass Christ*innen aus der Freude an der befreienden Botschaft des Evangeliums leben und versuchen diese in Wort und Tat erfahrbar zu machen. So wirken sie mit an der Realisierung einer Welt, in der alle Menschen als gleichermaßen von Gott geliebt verstanden werden und ein selbstbestimmtes, gutes und erfülltes Leben führen können.