Samstag 29. April 2017

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70 Jahre Katholische Frauenbewegung Österreichs

Dazu gehören in der 70-jährigen Geschichte der Bewegung etwa die Auseinandersetzung mit feministischer Theologie, die Entwicklung und das Praktizieren von Frauenliturgien, das Engagement gegen Gewalt gegen Frauen und für ihre Gleichbehandlung in Kirche und Gesellschaft auf allen Ebenen, für die Zulassung zu den Weiheämtern, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, eine geschlechtergerechte Arbeitsmarkt- und Budgetpolitik sowie Verteilungsgerechtigkeit im nationalen wie globalen Kontext. Die „Aktion Familienfasttag“, 1958 gegründet, wirkt heute als österreichweit größte frauenspezifische Organisation in der Entwicklungszusammenarbeit mit mehr als 100 Projekten in Asien, Afrika und Lateinamerika. Und für eine „menschenwürdige Asyl- und Flüchtlingspolitik“ engagiert sich die Frauenbewegung dezidiert seit den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im Jubiläumsjahr steht die Arbeit der kfbö unter dem Motto "Weil`s gerecht ist, fairändern wir die Welt".

 

 

„70 Jahre Frauenbewegung ist vor allem das Verdienst der Frauen, die an der Basis, in den Pfarren und Diözesen, aktiv sind“, betont Veronika Pernsteiner. Rund 150.000 Mitglieder zählt die Bewegung gegenwärtig in ganz Österreich. „Gemeinsam unterwegs zu sein, für eine partnerschaftliche Teilhabe von Frauen am Leben von Kirche und Gesellschaft, birgt eine große Kraft für Veränderung“. Wichtig sei es, im Gespräch mit den unterschiedlichsten Kräften in Kirche und Gesellschaft zu sein und dabei die eigenen Positionen klar im Blick zu behalten und zu transportieren. Die weite Vernetzung der kfbö mit Initiativen und PartnerInnen aus den christlichen Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft, national wie international, zeugt vom Verständnis dafür, dass es Offenheit und Solidarität braucht, um etwas zu bewegen.

 

Zur Feier des 70. Geburtstages wird die Katholische Frauenbewegung heuer im Mai zu einem Festakt an ihrem Gründungsort in Maria Plain in Salzburg laden, die Wiener Universitätsprofessorin und Pastoraltheologin Regina Polak wird den Festvortrag halten und den Zusammenhang von Politik und Spiritualität thematisieren. Dem Bekenntnis zu einer Spiritualität, die „zum Handeln bewegt“, zu einer engagierten Teilhabe am politischen Diskurs und zu praktischem, politisch relevantem Tun - wie es etwa in den Projekten der Aktion Familienfasttag oder in der Flüchtlingsarbeit von kfbö-Frauen in Österreich sichtbar wird - ist die Patronanz der Heiligen Katharina von Siena ebenso gewidmet wie die Jubiläumsreise im August „auf den Spuren von Dorothee Sölle“, jener Theologin, die mit ihren Betrachtungen u.a. zu Mystik und Politik theologische Meilensteine gesetzt hat.

 

(Informationen zur Jubiläumsreise nach Köln und Aachen von 25. – 29. August 2017 sind abrufbar unter www.kfb.at)

 

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