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Kirchenfachstelle KOO: Artensterben als Sicherheitsfrage

KOO fordert mehr Einsatz Österreichs gegen Artensterben - UN-Biodiversitätskonferenz in Armenien im Oktober 2026 - Anhaltend schädliches Verhalten wohlhabender Staaten "grob fahrlässig und ein Betrug an künftigen Generationen"

Wien, 15.07.2026 (KAP) Österreich soll seine Zusagen zum Schutz der Artenvielfalt konsequenter umsetzen, die Finanzierung von Biodiversitätsmaßnahmen im In- und Ausland ausbauen sowie umweltschädliche Subventionen abbauen: Das fordert die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Zusammenarbeit und Weltkirche (KOO) drei Monate vor der 17. UN-Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention (CBD) in Jerewan (Armenien) von der Bundesregierung. Österreich müsse den Verlust der biologischen Vielfalt stärker als Sicherheitsfrage behandeln und seiner Ankündigung gerecht werden, sich im Fall einer Wahl in den UN-Sicherheitsrat ab 2027 als Brückenbauer zwischen Klima-, Umwelt- und Sicherheitspolitik zu positionieren, erklärte die KOO am Mittwoch.

 

Aktuell setzt sich Österreich im Rahmen der EU bei den CBD-Verhandlungen für die Umsetzung des Artikels 8(j) des Rahmenabkommens ein, der sich mit dem Schutz und der Erhaltung des traditionellen Wissens, der Innovationen und Praktiken indigener und lokaler Gemeinschaften befasst. Überdies müsse die Republik aber auch im eigenen Land eine Vorreiterrolle beim Artenschutz übernehmen und ihren "Hausaufgaben" nachkommen, wie die Finanzierung von Biodiversitätsmaßnahmen stärken und umweltschädliche Subventionen abbauen, forderte die KOO.

 

Betrug an künftigen Generationen

Um zu einer naturverträglichen Gesellschaft zu werden, ist laut KOO in erster Linie ein Stopp des Artenrückgangs und des kontinuierlichen Lebensraumverlustes notwendig. Das anhaltend schädliche Verhalten vieler wohlhabender Staaten sei "grob fahrlässig und ein Betrug an künftigen Generationen", erklärte die Kirchenfachstelle. "Es braucht auf internationaler Bühne dringend Staaten, die sich für einen ambitionierten Klima- und Artenschutz stark machen. Österreich hat bei seiner Bewerbung um den Platz im Sicherheitsrat mit seinem Engagement für Umweltschutz Werbung gemacht. Dazu muss die Regierung jetzt auch stehen, gerade wenn wichtige Staaten, wie etwa die USA, versuchen, den Artenschutz aufzuweichen." Als Beispiel verwies die KOO auf jüngste Entwicklungen in den USA, die den Zugang zu Ökosystemen für industrielle Nutzung erleichtern könnten.

 

CBD-Konferenz in Armenien

Die Kirchenfachstelle verweist zudem auf eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Beirats der deutschen Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), wonach der Verlust biologischer Vielfalt Risiken für Ernährungssicherheit, gesellschaftliche Stabilität und internationale Sicherheit verschärft. Biodiversität müsse daher stärker in der Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik berücksichtigt werden, hieß es. "Der Verlust von Biodiversität stellt ein unmittelbares Sicherheitsrisiko dar und muss zunehmend als integraler Bestandteil einer Sicherheitspolitik begriffen werden", so die KOO.

 

Die CBD-Konferenz findet von 19. bis 30. Oktober in Armenien statt. Dort soll erstmals überprüft werden, welche Fortschritte seit dem Abschluss des globalen Biodiversitätsabkommens 2022 erzielt wurden. Laut dem Biodiversitätsbarometer des Österreichischen Biodiversitätsrats hätten sich viele Indikatoren seither jedoch nicht verbessert, sondern verschlechtert.

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