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KOO fordert mit MISA Solidarität und soziale Gerechtigkeit im Safaritourismus

Die KOO freut sich, als langjähriges Mitglied der Maasai International Solidarity Alliance (MISA), einen neuen Forschungsbericht über Safaritourismus und die Rechte indigener Völker in Tansania vorzustellen.

 

Der Studienbericht „Safaritourismus ohne Ausgrenzung und Enteignung: Unser Land, unser Leben, unsere Zukunft“ erfasst die Stimmen von über 600 Mitgliedern der Maasai-Gemeinschaft – darunter 217 Frauen, 234 Jugendliche und 201 traditionelle Älteste aus 24 Dörfern im Norden Tansanias. Er verdeutlicht, wie das rasche Wachstum des Safari- und Trophäenjagdsektors zwar erhebliche Einnahmen für das Land generiert, jedoch durch Landenteignung, den Verlust traditioneller Lebensgrundlagen und soziale Ausgrenzung auf Kosten der lokalen Hirtengemeinschaften geht.

Die KOO schließt sich dem Appell des Massai-Volkes an die tansanische Regierung, die internationale Gemeinschaft und öffentlichen Förderer von Biodiversitätsschutz und naturbasiertem Tourismus an, sicherzustellen, dass alle Programme, Richtlinien und Finanzierungen die Rechte des Maasai-Volkes uneingeschränkt achten.

  Graphik zu Vorstellungen der Massai zu fairem Torismus

 

Wichtigste Daten & Erkenntnisse: Ein Aufruf zu Gerechtigkeit und Fairness

  • Wirtschaftliche Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit: Tansanias Tourismussektor verzeichnete im Jahr 2025 Einnahmen von fast 4 Milliarden Euro, wobei gehobene Pauschalreisen durchschnittlich 428 € pro Person und Nacht kosteten. Doch trotz dieses Reichtums sind indigene Gemeinschaften weiterhin von anhaltender Armut betroffen und es fehlt ihnen an grundlegender sozialer Infrastruktur. In Ngorongoro – wo 2024/2025 fast die Hälfte aller nationalen Touristen empfangen wurde – erhielten die lokalen Gemeinschaften keine direkte Umsatzbeteiligung. Bis zu 60 % der Gewinne der tansanischen Branche werden ins Ausland transferiert, während die lokalen Massai weitgehend auf schlecht bezahlte Saisonarbeit beschränkt bleiben.
  • Gleichberechtigung der Geschlechter und Stärkung von Frauen: Massai-Frauen spielen eine entscheidende Rolle als Hüterinnen der Kultur, Verwalterinnen von Ressourcen und Versorgerinnen der Haushalte, werden jedoch in der Führung des Tourismussektors und bei Landentscheidungen systematisch marginalisiert. Frauen tragen oft die schwere Last, durch die Expansion des Tourismus den Zugang zu traditionellen Quellen für Wasser, Feuerholz, Heilpflanzen und Baumaterialien für Häuser zu verlieren.
  • Landrechte und Lebensunterhalt der Hirtenbevölkerung: Über 80 % des historischen Landes der Maasai wurden in staatlich verwaltete Schutzgebiete, Wildschutzgebiete (Game Controlled Areas), Naturschutzgebiete oder Jagdkonzessionen umgewandelt. Die Umwandlung von Gemeinschaftsweiden in exklusive Schutzgebiete schränkt die Mobilität des Viehs ein und bedroht somit die Ernährungssicherheit der Maasai sowie das friedliche Koexistieren von Viehzucht und Wildtieren.
  • Freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC): Echte Solidarität erfordert das Hören auf lokale Stimmen. Tourismus- und Naturschutzprojekte werden häufig ohne echte Konsultation der Gemeinschaft oder die freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) der betroffenen Bevölkerung vorangetrieben, indem lokale Dorfversammlungen und traditionelle Institutionen umgangen werden.

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