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Vatikan: Kirchliche Allianz drängt auf Ausstieg aus Bergbau

Ordensfrau Sr. Herzig: "Investitionen sind nie neutral" - Mehr als 40 Organisationen beraten in Rom über ethische Finanzstandards - Plattform sieht Divestment als Beitrag zu Klimagerechtigkeit und Menschenrechtsschutz.

 

Vatikanstadt, 20.03.2026 (KAP) Mehr als 40 kirchliche Organisationen haben sich zur "Platform for Divestment in Mining" (dt. "Plattform für den Ausstieg aus dem Bergbau") zusammengeschlossen und beraten bis Samstag in Rom über einen Ausstieg aus Investitionen in den Bergbau. Ziel der Initiative ist es, kirchliche Finanzanlagen stärker an ethischen Kriterien auszurichten und damit auf Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und globale Ungleichheiten im Zusammenhang mit Rohstoffabbau zu reagieren. Vorgestellt wurde die Plattform am Freitag bei einer Pressekonferenz in der vatikanischen Pressestelle. Aus Österreich nimmt Sr. Anneliese Herzig, Bereichsleiterin für Mission und Soziales in der Ordenskonferenz, im Auftrag der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar am Treffen teil.

"Investitionen sind nie neutral", mahnte Sr. Anneliese Herzig im Rahmen der Pressekonferenz. Die Kirche könne und solle mit ihren Finanzentscheidungen "positive Effekte auf Gesellschaft und Ökologie" erzielen. Rohstoffabbau führe "zu Ungleichheit, Armut und Umweltverschmutzung im Globalen Süden", während er Konsumbedürfnisse im Globalen Norden bediene.

Die Initiative versteht sich als konkrete Umsetzung der Enzyklika "Laudato si" sowie vatikanischer Leitlinien zur Finanzethik. "Desinvestitionen im Bergbau bedeuten, die Situationen von Ungerechtigkeit anzuerkennen", erklärte zu Beginn Sr. Nina Benedikta Krapic, Vizedirektorin des vatikanischen Presseamtes. Kernanliegen sei, kirchliche Investitionen transparenter zu machen und von Finanzstrukturen abzuziehen, die mit "Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen" verbunden sein könnten, so Sr. Krapic.

Bei der Präsentation betonte Kurienvertreter Kardinal Fabio Baggio, die Menschheit stehe vor der Frage, "wie wir die Welt den kommenden Generationen überlassen wollen". Dazu gehöre auch, stärker auf die Stimmen lokaler Gemeinschaften zu hören.

Der guatemaltekische Kardinal Álvaro Ramazzini verwies auf die enge Verbindung von "Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft". Aktuell seien jene am stärksten von ökologischen Schäden betroffen, die ohnehin am Rand stünden. Auch der brasilianische Bischof Vicente Ferreira unterstrich, die Kirche müsse "an der Seite jener stehen, die am meisten von Katastrophen und Ausbeutung betroffen sind". Auch Stimmen aus betroffenen Regionen kamen zu Wort. Die indigene Vertreterin Yolanda Flores aus Peru verwies auf die Bedrohung von Lebensräumen durch den Abbau strategischer Rohstoffe. Abholzung und die Zerstörung von Ökosystemen dürften nicht "für Reichtum geopfert werden".

Sr. Maamalifar Poreku hob den moralischen und theologischen Anspruch hervor: "Alles ist miteinander verbunden." Die ökologische Krise sei "untrennbar von ihren sozialen Auswirkungen auf die verletzlichsten Gruppen". Es gehe um eine "humanitäre Notwendigkeit" und um Verantwortung für Arme und künftige Generationen. Ohne strukturelle Veränderungen werde sich nichts ändern; auch die Kirche müsse ihre finanziellen Ressourcen nachhaltig einsetzen. Divestment sei eine "konkrete Ausdrucksform dieses Engagements".

Kirchliche Finanzentscheidungen

Die Plattform versteht sich als ökumenisches Projekt und will insbesondere die Stimmen aus dem Globalen Süden stärken. Diese fordern die Kirchen im Norden auf, ihre Finanzpraktiken zu ändern und "die Schreie von Mutter Erde und der widerständigen Gemeinschaften" ernst zu nehmen.

Langfristig zielt die Initiative auf verbindliche ethische Standards für kirchliche Finanzentscheidungen ab, um die "Sorge für das gemeinsame Haus" glaubwürdig umzusetzen, heißt es.

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