Grundsätzliches
Die tödliche Immunkrankheit AIDS stellt Gesellschaft und Kirche vor große Herausforderungen. Als Volk Gottes folgen wir der ausdrücklichen Aufforderung, Gott und unseren Nächsten zu lieben. Damit haben wir einen klaren Auftrag. Die besondere Zuwendung der Kirche gilt den Armen, und zwar nicht nur in materieller, sondern auch in geistiger Hinsicht (Novo millenio ineunte Nr. 50). Hilfsorganisationen, Seelsorger und Beratungsdienste bilden die weltweite Basis kirchlicher Arbeit. Aufgrund der Komplexität der Krankheit, ihrer Geschichte und ihres Ansehens gibt es verschiedene Tätigkeitsfelder für die kirchliche Arbeit.
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Die 18. Welt-AIDS-Konferenz in Wien
Die weltweit größte internationale Konferenz zu HIV und AIDS findet 2010 in Wien statt. Erwartet werden zu dem Großevent von 18. bis 23. Juli im Wiener Messezentrum 30.000 Teilnehmer und rund 3.000 Journalisten, so der Chef des UN-Informationsdienstes (UNIS Vienna), Maher Nasser, bei der Pressekonferenz.
Während Fachleute die neuesten Forschungsergebnisse rund um das HI-Virus diskutieren, sind die alle zwei Jahre stattfindenden Kongresse auch jedes Mal Treffpunkt der AIDS-Aktivisten aus aller Welt. Der letzte Kongress hatte 2008 in Ciudad de Mexico stattgefunden. Weltweit leben fast 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. Südlich der Sahara, in den ärmsten Staaten der Erde, leben fast zwei Drittel aller HIV-infizierten Menschen.
Kirchen und Religionen aktiv bei Wiener Welt-Aids-Konferenz
Aus Anlass der Welt-AIDS-Konferenz haben die Kirchen und Religionsgemeinschaften eine internationale Vorkonferenz am 17. Juli an der Technischen Universität veranstaltet. Träger der interreligiösen Vorkonferenz, an der Glaubensgruppierungen aus der ganzen Welt mitwirkten, ist die Ecumenical Advocacy Alliance (EAA) mit Sitz in Genf. Ziel der Konferenz war es, die weltweiten Bemühungen der Religionsgemeinschaften gegen die Verbreitung von HIV/AIDS zu vernetzen und Erfahrungen über erfolgreiche Projekte auszutauschen.
Im Wiener Lokalkomitee sind neben den christlichen Kirchen auch die Islamische und die Buddhistische Glaubensgemeinschaft vertreten. „Rechte hier und jetzt. Was hat Glaube damit zu tun?" - so lautete der Titel der Tagung zu der internationale Gäste der großen Weltreligionen zusammenkamen . 250 Delegierte haben in der Technischen Universität einen Tag lang den Umgang ihrer religiösen Gemeinschaft mit HIV und AIDS diskutiert.
Als Abschluss der Vorkonferenz hat ein Gebet der Religionen auf dem Karlsplatz stattgefunden. Repräsentanten verschiedener Glaubensgemeinschaften haben Texte aus ihren Heiligen Schriften zum Thema „Krankheit und Leid“ gelesen und ausgelegt.
Heinz Hödl, Leiter Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Entwicklungszusammenarbeit und Mission (KOO), ist seit vergangenem Sommer für die Aktivitäten der katholischen Hilfswerke rund um die Welt-AIDS-Konferenz zuständig. Im Gespräch mit "Kathpress" betonte er, für die kirchlichen Hilfswerke sei die Arbeit gegen HIV und AIDS zu einem Hauptanliegen geworden: "Die Christen gehören weltweit zu den wichtigsten Hoffnungsträgern der mit dem HI Virus lebenden Menschen. Rund 50 Prozent aller HIV und AIDS - Betreuungseinrichtungen werden weltweit von den Kirchen getragen, die katholische Kirche allein trägt rund 25 Prozent aller Initiativen weltweit", unterstrich Hödl. Auch die UN-Organisationen hätten inzwischen erkannt, welch wichtige Rolle die Religionen und Kirchen zur Bekämpfung von AIDS spielten.
Herzstücke der katholischen Kirche seien Programme, die die häusliche Pflege sowie die Fürsorge für infizierte oder von AIDS betroffene Kinder unterstützen und ermöglichen. Hödl hob auch die wichtige Rolle der Kirche im Bereich der Prävention und der Bewusstseinsbildung hervor. Insgesamt zeichneten sich kirchliche Hilfsprogramme durch ihren ganzheitlichen Ansatz aus, in dem Armutsbekämpfung, Bildung, Alphabetisierung, Frauenförderung, aber auch Seelsorge eine wichtige Rolle spielen.
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